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Eckstein

Das war natürlich nicht immer mein Name. Geboren wurde ich als Jakob, Sohn des Bauern Hubert. Aber das ist schon so lange her das sich kaum jemand an meinen richtigen Namen erinnert. Ich war schon immer ein sehr ungestümes Kind, wild und kaum zu zähmen. Meine Eltern hatten ihre liebe Not mit mir und ihnen fiel nur ein Ausweg ein, sie steckten mich in die strenge Erziehung eines Klosters. Dort verlor ich schon meinen Namen, den als sie mein Wesen erkannten nannten mich alle nur noch Bruder Savage, der Wilde. Trotzdem ich Lesen und Schreiben lernte, täglich bis zum Umfallen arbeiten mußte, meine Freizeit im stillen Gebet verbringen durfte, gelang es ihnen nie ganz meine wilde Ader unter Kontrolle zu bringen.

Und so kam es das ich von diesem kleinen Kloster auf dem Land in die Stadt gebracht wurde, nach Würzburg. Inzwischen war ich 13 oder 14 Jahre alt. Und dort fingen sie erst richtig an mich zur Ruhe zu bringen. Zusatzarbeiten, Gartenarbeit, Küchendienst, sie versuchten alles um meinen Körper zu ermüden so das mir die Kraft fehlte um irgendetwas anderes zu machen. Und es wirkte sogar!
So vergingen die Jahre bis mich eines Tages unser Abt zu sich befahl. Inzwischen war ich geweihter Mönch und zählte 24 Sommer. Er sagte mir das ein Söldnertrupp vor den Toren sein Lager aufgeschlagen hat. Und die Erlaubniss dazu haben sie nur bekommen wenn der Klerus einen Beobachter abstellen darf der sie überwacht damit sie sich gemäß der Sitten und Moral benehmen. Und so hat der Abt mich ausgewählt um sie zu überwachen. Im Nahhinein denke ich mal das er mich nahm weil ich am entbehrlichsten für ihn war. Es waren schon raue Gesellen, die Kämpfer von Frank & Frey, wie sie sich nannten. Ich versuchte mit ihnen Gespräche über unseren Herrn zu führen, erfolglos. Also beobachtete ich sie eine zeitlang und lernte sie besser kennen. Es entwickelten sich sogar ein paar Freundschaften, und als sie weiterzogen nahmen sie mich einfach mit! Kurz nachdem wir Würzburg verlassen hatten kam es sogleich zu einem kleinen Gefecht mit ein paar Räubern. In diesem Kampf mußte ich mich verzweifelt wehren und mir wurde mit einem Schwert die Spitze meines rechten Zeigefingers abgetrennt. Seitdem hatte ich von den Söldnern den Spitznamen ViertelVorZehn bekommen. Viertel vor Zehn Finger, sehr Geistreich.

Aber dieser Kampf weckte in mir eine Begierde, die alte Lust auf Streit und Ärger kam wieder in mir auf. Ich drängelte die Krieger mir doch auch eine Waffe zu geben, damit ich mich das nächste mal verteidigen kann. Ich bekam also einen Dolch, später ein Schwert, dazu noch ein Kettenhemd, die nötige Ausbildung wie man damit umgeht und habe seitdem meine Mönchs-Kutte nicht mehr angehabt. Das Kloster und meinen Abt habe ich auch nie wiedergesehen, wozu auch? Mir geht es gut bei Frank & Frey. Und mal ganz ehrlich, so ein Leben als Krieger macht viel mehr Spaß als dauernd nur zu beten, Unkraut zu jäten, Schriften zu kopieren, Kapelle zu putzen, Keusch zu leben, Gemüse zu putzen, Teller zu spülen...

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